Wem gehört das Ritbrett?

Die Hausmarke zeigt's.

Hauszeichen

Die Ohren als Urkunde.

Oder das Gedächtnis der Valser Hirten.

Viehmarken

Hauszeichen von Vals

Die Urkunden mündlicher und nicht schriftlicher Lebensweise gehen weit in die Entwicklungsgeschichte der Menschen zurück. Symbole, Zeichen und Kennzeichen waren eine Ausdrucksweise, die Mythologie, Magie, Schutz, Besitz oder Status als Quelle kannten.
Dazu gehörte auch das Bedürfnis Hausgegenstände und Werkzeuge zu zeichnen. In Vals tragen die alten Gegenstände das eingeschnitzte Hauszeichen. Als Siegel, Unterschrift und Dokument markiert es den Besitz und damit auch die Eigentumsfähigkeit. Die Hausmarke stellte die Verbindung zwischen ihrem Besitzer und einer Sache her und wanderte mit den Familiennamen. Die Hauszeichen gehörten also nicht zum Hause als solchem, sondern es war Eigentum desjenigen, der es führte: Des Haus- oder Familienvaters oder der Haushaltung.

Viehzeichen von Vals

Grossvieh und Kleinvieh wurden in der Vergangenheit an den Ohren gekennzeichnet. Die Markierung stellte sicher, dass jedes Tier dem rechtmässigen Eigentümer zugewiesen blieb. Durch Variation und Kombination am rechten und linken Ohr, vorn und hinten und durch Verwendung mehrerer Zeichen an einem der beiden Ohren ergibt sich eine grosse Zahl von Differenzierungsmöglichkeiten. Wer ein Zeichen nötig hatte, erfand ein neues, sofern er nicht ein bestehendes von einem andern übernehmen konnte. Merkwürdigerweise bestand kein amtliches Verzeichnis dieser Viehzeichen. Es gab immer einige Bauern, vor allem aber Hirten, die sich in den Zeichen gut auskannten. Bei diesen fragte man nach, ob das neue Zeichen nicht vorkomme.
Bei fast 140 unterschiedlichen Zeichen eine grossartige Gedächtnisleistung!