Aktuell in der Therme

Der Sprachklang als Echo vom Berg: uber dür!

Die Valser, die ab etwa 1250 aus dem Oberwallis über die Berge nach Vals einwanderten, sprachen Deutsch. Doch in Vals lebten auch Romanen. Weil immer wieder neue Gruppen von Walsern einwanderten, die sich immer weiter ins Tal verteilten, erliessen die Romanen im unteren Tal 1457 ein Abwehrgesetz und schoben damit nicht nur den Walsern, sondern auch ihrer Sprache einen Riegel. So wurde Vals zu einer deutschen Sprachinsel im Val Lumnezia.

Wörter fangen den Augenblick ein. Fast alles, was jeden Tag auf der Welt gesprochen wird, dient dem Kontakt und dem Austausch mit anderen. Geschichten unterhalten, Witze erheitern uns, Klatsch und Tratsch schaffen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, Geplauder begleitet uns durch den Tag. «Tag, Frau Schmid, wie geht's?» - «Mario, lange nicht gesehen ...» Die Sprache bricht das Schweigen. Oft ziehen wir instinktiv eine sprachliche Parallele zur stummen Wirklichkeit. Dann sagen wir, was alle schon wissen: «Schönes Wetter heute.» Die Sprache ist aber auch etwas Persönliches und an jedem Ort wieder anders. In Vals zum Beispiel regnet es nicht. Es rägnat und schmeizt, es schüttat und läärt acha, es tägglat, wätterat, schmättarat und schwinat. Und wie die Eskimos hundert Wörter für Schnee haben, gibt es in Vals eine erstaunliche Anzahl Wörter für das Heu: Stock, Bissa, Wüsch, Lock, Halma, Määli, Tuoch, Bünder, Chnolli, Trischta, Egga, Mada, Mettel, Schocha, Wätterschocheli, Heinza, Strütschli ... Das Lexikon «Valserdeutsch» von Ruedi Vieli und Peter Schmid versammelt auf 250 Seiten über 4500 Wörter des Valser Dialekts mitsamt ihren Bedeutungen.

schliessen