Valser Gneis

 

Geologie

Valser Quarzit findet man an der Basis der mächtigen Aduladecke (untere Valserschuppen). Der aufgeschnittene Stein zeigt durch 
den kurvigen Verlauf der Mineralien und Quarzadern (damals flüssiges Urgestein) sowie durch die mehrfachen Schieferungen, 
welche Urkräfte bei der Entstehung der Alpen gewirkt haben.

Das ursprüngliche Alter des Steins ist sehr hoch, wohl über 250
Mio. Jahre. Vor ca. 50 Mio. Jahren wurde der Valser Quarzit
durch die Alpenfaltung umgestaltet, neue Mineralien entstanden,
die sich im Gestein einlagerten und durch die farbliche Durch-
mischung von Quarz- und Feldspatkristallen die Einmaligkeit des
Steins prägten.

Verwendung

Valser Quarzit wird in Vals seit hunderten von Jahren abgebaut.
Anfänglich verwendeten die Valser die Steinplatten als Deck-
material für die Dächer (heute Bauvorschrift). Heute wird das
Gestein in gefräster und geschliffener Form auch für den Innen-
ausbau verwendet.

Die Therme besteht aus übereinander geschichteten Steinplatten.
Die Steinplatten sind nicht vorgemauert, sondern als massive
Mauern Teil der tragenden Elemente. Die Platten wurden nach
genauen Vorgaben von Peter Zumthor im Steinwerk zugeschnit-
ten, nummeriert und auf der Baustelle gemäss seinen Plänen
aufgemauert. Die Platten sind von äusserster Präzision, die Mass-
toleranzen für die Steinproduktion bewegten sich in 1/10 mm
Bereich. Insgesamt wurden 60 000 Platten verwendet. Der Valser
Quarzit wird in der Therme in allen Bearbeitungsmöglichkeiten
gezeigt: gespalten, gefräst, gesägt, geschliffen, gestockt, poliert,
gebrochen, aber immer in absoluter Präzision gehalten. Ein-
zelne Werkstücke (Boden und Decken in der Quellgrotte) haben
ein Gewicht von über 4 Tonnen.

Mineralbestand und technische
Eigenschaften

Feinkörniger, massiver, geschieferter
Glimmerquarzit mit grober Bände-
rung, bestehend aus grünen, leicht
bläulichen, zum Teil augigen, glim-
merreichen Lagen, abwechselnd mit
hellgrauen bis weissen Quarzlagen.

Mineraltechnische Eigenschaften

1. Rohdichte kg/m3 2698
2. Biegezugfestigkeit 27.5 N/mm2
3. Druckfestigkeit 222 N/mm2
4. Frostbeständigkeit sehr hoch
    (frostbeständig) nach
    Dobrolubov-Romer
5. Wasseraufnahme Masse %
    vertikal (Mauerwerk) 0.015,
    horizontal 0.4
6. Porosität Vol. % 0.8

MineralbestandHauptbestandteile:

–  Quarz 0.03 – 0.4 (60%)
–  Kalifeldspat, poekilitisch mit wenig
    Eisenoxid pigmentiert 0.3 – 0.6
–  Hellglimmer 0.1 – 0.6 mm
–  Biotit 0.05 – 0.3 mm

Akzessorien:

–  Epidot, Klinozoisit
–  Granat
–  Titanit
–  Karbonat