Badegeschichte
Das genaue Alter der Thermalquelle ist nicht bekannt, aber es
wurden auf dem Areal der Therme Tonscherben aus der
Crestaulakultur (mittlere Bronzezeit, 1500 – 1300 v.Chr.) gefun-
den, die darauf hinweisen, dass die Quelle schon damals
bekannt war. Seither hat das Thermalwasser rund 750 000
Kubikmeter Festgestein aus dem Berginnern herausgelöst.
Die ersten schriftlichen Hinweise um die Nutzung der Thermal-
quelle gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Die erste
chemische Untersuchung des Wassers (1826) stammt vom
Churer Apotheker G.W. Capeller; der Mediziner J.A. Kaiser
ergänzte die Analyse mit einer «historisch-topographischen
und therapeutischen Darstellung des Heilbrunnens". Zur Heilan-
zeige wird die «Sauerquelle» mit ähnlichen Orten verglichen
und qualifiziert: «Es ist ein leichtes, klares Wasser, weich, wie
wenn man laues mit feiner Seife gemischtes Wasser berührte,
von sehr fadem kaum merkbar salzigem Geschmack, seine
fixen Bestandteile sind vorzugsweise eine feine Thon- und Kalk-
erde;...Seine erweichende, reizmildernde Kraft in zu grosser
Reizbarkeit, Krampf und Steifheit der Glieder, in verdorbenem
Hautorgane, Krätze, Flechte und derlei Geschwüren, in
rheumatischer und gichtischer Affektion ist durch lange Erfah-
rung bewährt.»
An der Wiener Weltausstellung 1873 wird die Valser Heilquelle
als einzige Thermal-Mineralquelle Graubündens mit den
anderen Mineralquellen des Landes durch die Naturforschende
Gesellschaft Graubündens vorgestellt.
Mit dem Bau der Fahrstrasse von Ilanz nach Vals im Jahre 1880
war der Zeitpunkt für die Erstellung neuer und grösserer Bade-
einrichtungen gekommen. Eine 1891 gegründete Aktiengesell-
schaft erwarb die Quellen und Badeliegenschaften und liess eine
Tiefbohrung und eine neue Quellfassung erstellen. Im Sommer
1893 wurde das erste Kurhaus Therme mit 60 Betten und einem
Badehaus dem Betrieb übergeben. Das Kurhaus war damals
nur über den Sommer, vom 15. Juni bis 1.Oktober geöffnet. Die
Badeanlage mit Hotel war zwischen der Eröffnung und dem
ersten Weltkrieg ein beliebter Treffpunkt der europäischen Ober-
schicht. Die neu gegründete Unternehmung warb nicht nur für
die schöne Berglandschaft und die Wanderungen in der Gegend,
sondern pries auch das heilsame Wasser bei Tuberkulose,
Anämie, chronischen Entzündungen, Muskelschwund, Gelenk-
schmerzen und Rheuma. Die Gäste holte man mit dem Pferde-
gespann in Ilanz ab und führte sie in das beliebte Hochtal zur Kur.
Nach mehreren Wechseln der Eigentümerschaft und Direktion
wurde der Kur- und Badebetrieb 1956 aufgegeben und zum
Verkauf ausgeschrieben. Es fand sich jedoch kein Käufer, bis
im Jahre 1960 ein Mineralwasserfachmann die Quelle und
das Grundstück erwarb, ein neues Abfüllwerk für das Mineral-
wasser erstellte und den Bau eines ambitiösen, neuen Apart-
hotels samt medizinischer Kurabteilung in Auftrag gab. Das mo-
derne Hotel Therme war geboren.