Stein und Wasser
Peter Zumthor über den Stein, der das Wasser liebt.
Und das Wasser liebt den Stein – mehr als jedes andere Material. Denn der Stein hält das Wasser. Licht dringt an ausgewählten Stellen ein, und der Stein leuchtet auf, das Wasser beginnt zu strahlen, und schon ist sie da, diese schimmernde Atmosphäre...
Peter Zumthor über Valser Gneis und Körper der Menschen.
Topographie und Landschaft sind die Vorbilder der Therme. Sie sieht aus, als sei sie schon immer da gewesen.
Die Räume aus Stein sollten dem Körper schmeicheln, ihn nicht konkurrenzieren, sondern ihm Raum geben. Raum zum Sein. Ruhige Formen, hohe stoffliche Präsenz, Stein und Wasser und ein Quäntchen Gold...
Einzig die Liegen nehmen mit ihrem anatomischen Schwung et-
was von der Weichheit des menschlichen Körpers vorweg.
Je mehr wir auf den Stein vertrauten, ihn die Hauptrolle spielen liessen, umso mehr begann er seine Feinheiten, Musterungen und Strukturen zu zeigen – seine Schönheit.
Peter Zumthor über das Material, das sein Recht verlangt.
Räume mögen ihre Existenz einer Idee verdanken, aber am Schluss bestehen sie aus Stoff, aus Material, das häufig
keiner Idee gehorcht, sondern zu seinem Recht kommen will.