Kultur Sommer 2013
18.00 Uhr
im Alten Schwimmbad
Heinrich Manns bekanntester Roman erschien 1905 und wurde durch Josef Sternbergs Verfilmung „Der blaue Engel“ weltbekannt. „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ ist die Geschichte einer gesellschaftlichen Grenzüberschreitung und – damit verbunden - eines sozialen Abstiegs. Zugleich ist es aber auch die Geschichte einer grossen, romantischen, im Grunde aber unmöglichen Liebe. Es geht nur vordergründig um einen ältlichen, pedantischen Schultyrann der, durch die Kleinstadtkokette Rosa Fröhlich entflammt, aus der kleinbürgerlichen Welt fällt. „Eine komische Handlung, tragisch bestimmt. Eine lustige Fratze, darunter die harte Wahrheit selbst“ – Heinrich Mann.
Das ungleiche Brüderpaar, Heinrich und Thomas Mann, hat die Vorlage für seine populären Betrüger-Figuren Professor Unrat und Felix Krull im Feuilleton gefunden. Im Wissen um den Unterhaltungswert eleganter Verbrechen schufen die Brüder, jeder auf seine Weise, zwei Romane, die zeitlos das menschliche Bedürfnis, sich vom schönen Schein blenden zu lassen, als auch selber zu verführen, widerspiegeln.
Volker Ranisch tritt als Protagonist der Inszenierung in freier Rede vor sein Publikum und lässt in einer Art Kopf-Kino die Figuren der Geschichte und vor allem ihre mannigfaltigen betrügerischen Beziehungen zum Vergnügen der Zuschauer entstehen. Er eröffnet damit eine reiche Welt, die in ihrer Aktualität und Zeitlosigkeit fasziniert, weil sie mit der menschlichen Lust an kleineren und grösseren Verbrechen spielt.
Volker Ranisch wurde 1966 geboren und absolvierte 1986-90 die Schauspielausbildung an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. Seit 1988 wirkt er kontinuierlich in verschiedenen Produktionen am Theater sowie in Spiel- und Fernsehfilmen mit, unter anderem mit Engagements im Schauspielhaus Leipzig, am Deutschen Theater Berlin und im Schauspielhaus Zürich. Während acht Jahren trat er regelmässig als Ensemblemitglied und als Gast-schauspieler am Theater im Palais in Berlin auf. Seit 1999 bearbeitet er selbständig Texte und Kompositionen für die Bühne und führt Regie für Musiktheater und Schauspiel.
schliessen
John Wolf Brennan virtuoso
John Wolf Brennan: Piano, Melodica, Harmonium
Christian Zehnder: Stimme, Obertongesang, Global-Jodel, Saiteninstrumente
Arkady Shilkloper: Horn, Flügelhorn, Alphorn
mehr
18.00 Uhr
Terrasse Hotel Therme
Konzert auf der Wiese
Zum zweiten Mal gastiert das aussergewöhnliche Trio Brennan-Zehnder-Shilkloper in der Therme Vals und präsentiert zum schweizerischen Nationalfeiertag ein experimentelles Potpourri aus Jazz und Folk. Avantgardistisch und doch heimatverbunden, archaisch, virtuos und zauberhaft. Ein wenig russische Steppe, Schweizer Postauto und irische Feen in zauberhaftem Klangbündnis.
John Wolf Brennan
Der “Pianopoet“ (NZZ am Sonntag) wurde 1954 in Dublin, Irland geboren. Seine Studien führten ihn durch die Musikhochschule Luzern, nach Dublin, Berlin und New York. Heute lebt er in der Innerschweiz und ist von dort aus international tätig als Pianist und Komponist. Brennan ist bekannt für seine Präzision, Kreativität und Geschwindigkeit in den Wechseln zwischen Genre und Formation, insbesondere aber für seine literarisch inspirierten, poetisch-pianistischen Exkursionen. Grosse Erfolge konnte er mit der Sprechoper «Güdelmäntig», dem «Wohlpräparierten Klavier», den dem Quartett «Pago Libre» und seinen Solopiano-Programmen feiern. Seine zweite Oper «Night.Shift» wurde 2007 in St. Gallen uraufgeführt, u.a. mit Noëmi Nadelmann. Das Programm «platzDADA!» mit dem Pago Libre-Sextett war ein Höhepunkt am Willisau Festival 2009, das gleichnamige Hörbuch wurde mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Für sein bisheriges Gesamtwerk ist Brennan 2008 mit dem UBS-Anerkennungspreis geehrt worden. Im Frühling 2010 zeigte das Kunstmuseum Luzern im KKL die Video- und Klanginstallation INNER & OUTER SPACES, die er zusammen mit Susanne Hofer realisierte.
Christian Zehnder
Vokalist, Stimmenkünstler, Jodler oder Obertonsänger? Alles mag auf ihn zutreffen und doch will sich der eigenwillige Schweizer Musiker, welcher schon mit dem Duo Stimmhorn die alpine Musik neu aufmischte, in seiner Vielfalt nicht einordnen lassen. Zwischen neuer alpiner, Jazz und zeitgenössischer Musik behauptet er sich schon länger erfolgreich auf internationalen Bühnen. Sei es mit seinen eigenen Projekten (Stimmhorn, Kraah, Schmelz u.a.), oder mit verschiedenen internationalen Formationen wie mit Huun Huur Tu, Mercan Dede, dem Casal Quartett , Don Li , mit dem renommierten Latvian Radio Choir aus Riga, oder als Solist in der zeitgenössischen Oper Amazonas anlässlich der Biennale München. Sein Interesse an der darstellenden Kunst bringt ihn außerdem mit dem Theater zusammen, wo er als Schauspielmusiker, Komponist oder Regisseur Projekte realisiert. Christian Zehnder gilt mit seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung der europäischen Obertongesangs-techniken und dem nonverbalem ”Global-Jodeling” als einer der kreativsten und innovativsten Köpfe dieser Szene.
Arkady Shilkloper
Wurde 1956 in Moskau geboren. Im Alter von sechs Jahren nahm er erstmals Blasinstrumentenunterricht. Er studierte Flügelhorn an der Moskauer Militärmusikakademie und war von 1978 bis 1985 Mitglied des Orchesters am Bolschoi-Theater und des Bolshoi Brass Quintett.. Er wirkte als Mitglied des Philharmonischen Orchesters Moskau von 1985 bis 1989. Seit Auflösung der ehemaligen Sowjetunion arbeitet er als Solokünstler und seit 1991 tritt er zusammen mit Mikhail Alperin und Sergey Starostin im Moscow Art Trio auf. Weltweite Engagements als Solokünstler und als Lehrer für Blasinstrumenten-Workshops und Symposien. Zusammenarbeit mit verschiedenen renommierten Musikern und Orchestern - u.a. dem Vienna Art Orchestra, Pierre Fauvre's singing dreams und Luis Sclavis.
schliessen
John Wolf Brennan virtuoso
John Wolf Brennan: Piano, Melodica, Harmonium
Arkady Shilkloper: Horn, Flügelhorn, Alphorn
Tscho Theissing: Violine
Tom Götze: Bass, Alphorn, Tuba
mehr
18.00 Uhr
Blaue Halle
Pago Libre
Der russische Horn- und Alphorn-Weltmeister Arkady Shilkloper, der kreative Wiener Geiger Tscho Theissing, der gleichermassen technisch brillante wie witzige Kontrabassist Tom Götze aus Dresden und der irisch-schweizerische Pianist John Wolf Brennan ergeben zusammen Pago Libre, eines der virtuosesten, mit Sicherheit aber das orginiellste Kammermusik-Quartett des europäischen Jazz.
John Wolf Brennan
Der “Pianopoet“ (NZZ am Sonntag) wurde 1954 in Dublin, Irland geboren. Seine Studien führten ihn durch die Musikhochschule Luzern, nach Dublin, Berlin und New York. Heute lebt er in der Innerschweiz und ist von dort aus international tätig als Pianist und Komponist. Brennan ist bekannt für seine Präzision, Kreativität und Geschwindigkeit in den Wechseln zwischen Genre und Formation, insbesondere aber für seine literarisch inspirierten, poetisch-pianistischen Exkursionen. Grosse Erfolge konnte er mit der Sprechoper «Güdelmäntig», dem «Wohlpräparierten Klavier», den dem Quartett «Pago Libre» und seinen Solopiano-Programmen feiern. Seine zweite Oper «Night.Shift» wurde 2007 in St. Gallen uraufgeführt, u.a. mit Noëmi Nadelmann. Das Programm «platzDADA!» mit dem Pago Libre-Sextett war ein Höhepunkt am Willisau Festival 2009, das gleichnamige Hörbuch wurde mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet. Für sein bisheriges Gesamtwerk ist Brennan 2008 mit dem UBS-Anerkennungspreis geehrt worden. Im Frühling 2010 zeigte das Kunstmuseum Luzern im KKL die Video- und Klanginstallation INNER & OUTER SPACES, die er zusammen mit Susanne Hofer realisierte.
Arkady Shilkloper
Wurde 1956 in Moskau geboren. Im Alter von sechs Jahren nahm er erstmals Blasinstrumentenunterricht. Er studierte Flügelhorn an der Moskauer Militärmusikakademie und war von 1978 bis 1985 Mitglied des Orchesters am Bolschoi-Theater und des Bolshoi Brass Quintett.. Er wirkte als Mitglied des Philharmonischen Orchesters Moskau von 1985 bis 1989. Seit Auflösung der ehemaligen Sowjetunion arbeitet er als Solokünstler und seit 1991 tritt er zusammen mit Mikhail Alperin und Sergey Starostin im Moscow Art Trio auf. Weltweite Engagements als Solokünstler und als Lehrer für Blasinstrumenten-Workshops und Symposien. Zusammenarbeit mit verschiedenen renommierten Musikern und Orchestern - u.a. dem Vienna Art Orchestra, Pierre Fauvre's singing dreams und Luis Sclavis.
Tscho Theissing
Geboren in Salzburg/Österreich. Studierte Violine am Mozarteum Salzburg und an der Musikhochschule Graz, daneben Jazz- und Musikwissenschaftsstudien. Lebt in Wien, wo er als Vorgeiger im Orchester der Wiener Volksoper tätig ist. Seit 1977 ständige Arbeit auf dem Gebiet der Improvisation, des Jazz und der zeitgenössischen Musik. Mitbegründer der "Vögel Europas" und des "Motus Quartett" (Jazz Streichquartett). Komponiert und arrangiert für die Gala-Abende und CD/DVD-Produktionen von Michael Heltau.
Tom Götze
Tom Götze, geb.1968 in Dresden, studierte von 1984 bis 1990 Tuba, Bassgitarre und Kontrabass an der Musikhochschule in Dresden. Seit seinem Studienaufenthalt 1992/93 in den USA (New York - Los Angeles) ist er als freiberuflicher Musiker in den Stilen Jazz, Rock, Pop und Klassik sowie als Schauspielmusiker tätig. Des Weiteren ist er als Gründungsmitglied der Dresdner Sinfoniker regelmäßig, auch als Solist, an deren Projekten beteiligt. Gastspiele und Tourneen führten ihn nach Kanada, Skandinavien, England, Spanien, Italien, Österreich, Russland, China, in die Schweiz und nach Tschechien.
schliessen
Alphornklänge in der Therme
Priska Walss, Nick Gutersohn und Robert Morgenthaler: Alphorn
mehr
22.00 Uhr
in der Therme
Seit mehr als einem Jahrzehnt loten Priska Walss, Nick Gutersohn und Robert Morgenthaler im Trio „Echo vom Zürihorn“ miteinander neue Wege und Ausdrucksformen des Alphornspiels aus. Sie bringen ihre verschiedenen, langjährigen Erfahrungen mit afrikanischer Musik, Klassik, freier Improvisation und Jazz in neue, im gemeinsamen Spiel entstandene Stücke ein. Von rein perkussiven Stücken, vom Jazzstandard bis zum stehenden Obertonklang, von australischen Didgeridoo-Sounds über pulsierende Afrogrooves reicht das Repertoire des Trios bis hinüber zum südamerikanischen Tanz. Die Königsdisziplin der drei ist jedoch die Improvisation: das freie Spielen mit selbst komponiertem Material und das Kommunizieren ohne Noten, mit den reduzierten Möglichkeiten der Urinstrumente. Ihre aktuelle CD „Wanderlust“ ist 2011 erschienen.
Priska Walss
Geboren in Zürich, studierte Priska Walss am Konservatorium ihrer Heimatstadt und war mehr als zehn Jahre Mitglied in der Kammerphilharmonie Graubünden. Daneben improvisierte sie als Posaunistin und Alphornistin solo oder in festen Ensembles. Neben Jazzfestivals in europäischen Grossstädten und im Inland wirkte sie bei verschiedenen Theater-, Musical- und Ballettproduktionen mit und entwickelte eigene Projekte, bei denen sie ihre Musik mit visuellen Ausdrucksformen oder Texten kombiniert. Im Rahmen ihrer vielseitigen Engagements ist Priska Walss massgeblich beteiligt an der Entdeckung und Etablierung des Alphorns für die experimentelle Musik in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Nick Gutersohn
Aufgewachsen im Zürcher Oberland, studierte er Posaune am Konservatorium Zürich und an der swiss jazz school in Bern. Nick Gutersohn ist in der improvisierten Kammermusik zu Hause. Er arbeitet seit einigen Jahren konstant mit denselben Formationen, komponiert und arrangiert eigene Musik und andere Stücke. Zusätzlich gastiert er immer wieder mit anderen Formationen und tourt mit Auftritten in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA.
Robert Morgenthaler
Robert Morgenthaler studierte am Konservatorium Zürich und an der Swis Jazz School. Seit 1979 ist er Dozent an der Hochschule der Künste HKB in Bern und an der Musikhochschule Luzern. Weltweite Aktivitäten als Posaunist und Komponist führten ihn auf Tourneen in Europa, Afrika, USA, Südamerika, Asien und Russland. Nebst Zusammenarbeit an verschiedenen Radio, TV und CD Produktionen trat Robert Morgenthaler an der Weltausstellung 2000 in Hannover als Solist im Schweizer Pavillon auf und erhielt 2002 einen Kompositionsauftrag für die Eröffnung der Expo 02 in Murten mit „Roots of Communication“ und Erika Stucky.
schliessen
Musikalische Steinklangreise in der Therme Vals
Beat Weyeneth: Musiker, Instrumentenbauer und Klangforscher
Magdalena Zunftmeister: Begleit-Musikerin Steininstrumente, Fujara, Gong und afrikanische Harfe
mehr
22.30 Uhr
in der Therme
Alchemie der Klänge
Stille. Dann, von der Bühne her, ein leises Reiben, sachtes Streichen, sanftes Schaben. Aus Geräusch wird Ton, wird Rhythmus und schliesslich Vibration und Klangfülle. Volle, orgelähnliche Grundtöne begleiten das melodische Spiel von Lithophon und Flöten. Steinschalen ertönen in felsgrauem Vielklang. Die Hände der Musiker gleiten sensibel und spürsam über glatt geschliffene Steinflächen, lassen flink den Schlegel über das Litophon fliegen oder führen Stäbe lauschend und raunend an rauen Rändern der Steinplatte entlang. Der Raum ist voller kreisender Töne und fliessender Rhythmen, voller Schwebungen und Schwingungen, mit Händen schier zu greifen.
Beat Weyeneth macht Musik mit Steinen: indem er sie berührt, bewegt, beklopft. Auf den Serpentin ist er in einem Veltliner Steinbruch gestossen, der Basalt kommt aus Mauretanien, den Phonolith hat er irgendwo im Massif Central gefunden, ins Tal gerollt, mit dem Anhänger ins Emmental transportiert, den einen bloss leicht behauen, den anderen zugeschnitten, den dritten geschliffen und poliert – bis daraus ein Instrument geworden ist: ein Litophon oder eine Klangschale, oder eine Steinglocke. Auch die Holzgongtrommel und die Klanghölzer, das Zungenxylophon und die Streichharfe, die Fujara und das Douss’m-Gouri baut er selbst. Und allen, den Steinen und den Flöten, den Harfen und den Gongs, den Trommeln und den Becken, entlockt er Töne, die von weither kommen – und ganz nahe gehen.
Beat Weyeneth (*1959) absolvierte eine Berufsausbildung zum Schreiner und lernte zugleich Gitarrenbau. Bis zum Aufbau einer eigenen Werkstatt vertiefte er seine Kenntnisse in Instrumentalbauwerkstätten und einer Bildhauer-schule. In verschiedenen Weiterbildungen in Gesang, Trommel, Gitarre und anderen Instrumenten verfeinerte er seine musikalischen Fähigkeiten. Seit 1986 führt Beat Weyeneth eine eigene Instrumentenbauwerkstatt. Zu Anfang entwickelte er verschiedene Holzklanginstrumente, Streichpsalter und Harfen, sowie ein erstes Litophon. Seit 2001 konzentriert er sein Forschen und Schaffen auf die Entwicklung von Instrumenten aus Klangsteinen. Momentan experimentiert er mit Valser Quarzit aus dem Steinbruch Truffer in Vals
schliessen
11.00 Uhr
Matinée im Alten Schwimmbad
Einladung ins Steinklang-Atelier von Beat Weyeneth
Beat Weyeneth gibt einen Einblick in seine Arbeit mit den Steininstrumenten. Er erzählt von seinem Entwicklungsweg, von der anfänglichen Suche nach klingenden Steinen, dem Bau des ersten Litophons bis zum chromatisch gestimmten „steinwey“. Die Erläuterungen werden anschaulich mit Klangbeispielen begleitet. Der Künstler stellt einige Steininstrumente zum individuellen Ausprobieren zu Verfügung.
Steininstrumente: Orgalitho (Orgelsteinfächer), Grosser Klangstein, Steinschale, Zweisäuleninstrument auf Resonanzboden, doppelreihiges Litophon.
Beat Weyeneth macht Musik mit Steinen: indem er sie berührt, bewegt, beklopft. Auf den Serpentin ist er in einem Veltliner Steinbruch gestossen, der Basalt kommt aus Mauretanien, den Phonolith hat er irgendwo im Massif Central gefunden, ins Tal gerollt, mit dem Anhänger ins Emmental transportiert, den einen bloss leicht behauen, den anderen zugeschnitten, den dritten geschliffen und poliert – bis daraus ein Instrument geworden ist: ein Litophon oder eine Klangschale, oder eine Steinglocke. Auch die Holzgongtrommel und die Klanghölzer, das Zungenxylophon und die Streichharfe, die Fujara und das Douss’m-Gouri baut er selbst. Und allen, den Steinen und den Flöten, den Harfen und den Gongs, den Trommeln und den Becken, entlockt er Töne, die von weither kommen – und ganz nahe gehen.
Beat Weyeneth (*1959) absolvierte eine Berufsausbildung zum Schreiner und lernte zugleich Gitarrenbau. Bis zum Aufbau einer eigenen Werkstatt vertiefte er seine Kenntnisse in Instrumentalbauwerkstätten und einer Bildhauer-schule. In verschiedenen Weiterbildungen in Gesang, Trommel, Gitarre und anderen Instrumenten verfeinerte er seine musikalischen Fähigkeiten. Seit 1986 führt Beat Weyeneth eine eigene Instrumentenbauwerkstatt. Zu Anfang entwickelte er verschiedene Holzklanginstrumente, Streichpsalter und Harfen, sowie ein erstes Litophon. Seit 2001 konzentriert er sein Forschen und Schaffen auf die Entwicklung von Instrumenten aus Klangsteinen. Momentan experimentiert er mit Valser Quarzit aus dem Steinbruch Truffer in Vals.
schliessen
Felix Krull. Hochstapler
Volker Ranisch: Schauspiel
mehr
18.00 Uhr
im Alten Schwimmbad
Felix Krull, Sohn eines bankrotten rheinischen Schaumweinfabrikanten, ist ein Träumer, Phantast und bürgerlicher Nichtsnutz, der das Illusionäre von Welt und Leben tief empfindet und von Anfang an darauf aus ist, sich selbst zu einer Art Lebensillusion zu stilisieren. Er fühlt sich von Natur aus begünstigt und bevorteilt, ist es aber seinem Range nach nicht. Diesen ungerechten Zufall korrigiert er durch eine, seiner Anmut sehr leicht fallende Täuschung. Verliebt in die Welt, ohne ihr auf bürgerliche Weise dienen zu können, ist er bestrebt, die Welt in sich verliebt zu machen. Volker Ranisch spürt mit diesem Soloabend der hohen Sprachkunst Thomas Manns nach. Indem er in die Rolle des Ich-Erzählers Felix Krull schlüpft, lässt er vor seinem Publikum in freier Rede die illustre Gesellschaft des Romans mit ihrer zahlreichen Personage entstehen und erweckt gleichzeitig einen lebendigen Eindruck vom vortrefflichen Wortwitz des Autors.
schliessen18.00 Uhr
im Alten Schwimmbad
Duo Konzert
Die zwei jungen, virtuosen Musikerinnen präsentieren Stücke aus Erwin Schulhoffs Duo für Violine und Cello, Bohuslav Martinus Duo Nr. 1, Arthur Honeggers Sonatine, gespickt mit klassischem und zigeunerhaftem.
Daniela Oswald
Wurde 1979 in Zürich geboren. Schon in jungen Jahren gewann sie verschiedene Preise am Schweizer Jugendmusikwettbewerb, darunter ein erster Preis mit Auszeichnung mit ihrem damaligen Klaviertrio. Die Kammermusik blieb auch in den folgenden Studienjahren das Zentrum ihrer Leidenschaft. 1996-2000 studierte sie an der Musikhochschule Zürich bei Thomas Grossenbacher, im Anschluss bis 2005 in Luzern bei Marek Jerie. Daniela Oswald spielt in zahlreichen Orchestern in der Schweiz und im Ausland als Zuzügerin und ist Mitglied einiger Kammermusikformationen (Pocket Opera Company, Duo mit dem Bassisten Jonas Tauber, Duo mit der Pianistin Maria Gabrys, Collegium Musicum Basel, Thuner Kammerorchester, first classics, Aargauer Kammerorchester, Kammerphilharmonie Amadé, u.a.).
Malwina Sosnowski
Diese junge Violinistin stammt aus Basel und studierte am renommierten Curtis Institute of Music Philadelphia, wo sie 2009 ihren Bachelor of Arts erhielt. An der Hochschule der Künste Bern war sie danach 2 Jahre Studentin des österreicherischen Stargeigers Benjamin Schmid. Im Juli 2011 wurde ihr hier im Alter von nur 25 Jahren das Solistendiplom mit Auszeichnung und der Förderpreis der „Eduard Tschumi Stiftung“ verliehen. Bereits mit 18 Jahren wurde sie eingeladen, mit dem Sinfonieorchester Basel auf einer Chinatournee zu spielen. Malwina Sosnowski trat schon als Solistin mit dem Berner Sinfonie- und dem Zürcher Kammerorchester auf, sowie im Schweizer Radio und Fernsehen. Malwina Sosnowski beherrscht ein grosses Repertoire an bekannten Violinwerken mit Sinfonie- und Kammerorchester. Ihr grösstes Interesse und Engagement aber gilt den Neuentdeckungen aus Romantik, Klassik und Moderne.
Klavierquartett
Riccardo Bovino: Piano
Daniela Oswald: Cello
Malwina Sosnowski: Violine
Veit Hertenstein: Bratsche
mehr
11.00 Uhr
Matinée im Alten Schwimmbad
Es gibt von Schumann manch magisches Stück Kammermusik, einiges davon dem Publikum völlig unbekannt; aber geradezu populär wurden die zwei Schwesternwerke Klavierquintett und – Quartett, beide komponiert im Jahre 1842. Das Quartett als dunkleres, geheimnisvolleres, weniger hell und sprühend im Charakter wie sein Schwesternwerk berührte gerade den Komponisten in seiner Liebe wohl am meisten; das Klavier entfernt sich von seiner dominanten Position und bettet sich in den Streicherklang ein, so entsteht dieser poetische, subtile Charakter.
1785, im Jahrhundert zuvor, schrieb Mozart, zeitgleich mit der Oper „Le Nozze di Figaro“ sein Klavierquartett in g- moll, auch hier das Geschwister des vielschichtigen Es- Dur Quartetts. Mozart `s Genialität erschuf ein Werk voller Schwere, Tiefe und Leidenschaft, obwohl eine leicht und populäre Komposition entstehen sollte, doch seine himmelsgleiche Fähigkeit alles mit seiner Wandelbarkeit und Leuchtkraft zu versehen, verlieh diesem in seiner Schicksalstonart stehenden Klavierquartetts, eine solch klare Definition mit opernhaften Ideen, dass es dem Hörer eines der Liebsten wurde.
Riccardo Bovino
In Turin (Italien) geboren, studiert Klavier zuerst in seiner Heimatstadt und schloss sein Studium in Basel ab. Seine Vorliebe für Kammermusik und Gesang führt ihn, parallel zu einer intensiven solistischen Tätigkeit, mit zahlreichen renommierten Künstlern zusammen, darunter Ivan Monighetti, Sol Gabetta, Patricia Kopatchinskaja, Reto Bieri, Mirjam Tschopp, Raphäel Oleg und Hans Peter Blochwitz. Er vkonzertiert in wichtigen Konzertsälen, u.a. der Tonhalle Zürich, der Wigmore Hall London, dem Musikverein Wien, dem Concertgebow Amsterdam, und gastiert an zahlreichen, renommierten Festivals. 2004-2007 studiert Riccardo Bovino als Dirigent bei Dennis Russel Davies am Mozarteum in Salzburg. Neben seiner intensiven Tätigkeit als Solist und Kammermusikpartner gilt sein Interesse im Besonderen der Leitung verschiedener Ensembles und Orchester und der Verbreitung zeitgenössischer Musik. Er ist Dozent an der Hochschule der Künste Bern.
Daniela Oswald
Wurde 1979 in Zürich geboren. Schon in jungen Jahren gewann sie verschiedene Preise am Schweizer Jugendmusikwettbewerb, darunter ein erster Preis mit Auszeichnung mit ihrem damaligen Klaviertrio. Die Kammermusik blieb auch in den folgenden Studienjahren das Zentrum ihrer Leidenschaft. 1996-2000 studierte sie an der Musikhochschule Zürich bei Thomas Grossenbacher, im Anschluss bis 2005 in Luzern bei Marek Jerie. Daniela Oswald spielt in zahlreichen Orchestern in der Schweiz und im Ausland als Zuzügerin und ist Mitglied einiger Kammermusikformationen (Pocket Opera Company, Duo mit dem Bassisten Jonas Tauber, Duo mit der Pianistin Maria Gabrys, Collegium Musicum Basel, Thuner Kammerorchester, first classics, Aargauer Kammerorchester, Kammerphilharmonie Amadé, u.a.).
Malwina Sosnowski
Diese junge Violinistin stammt aus Basel und studierte am renommierten Curtis Institute of Music Philadelphia, wo sie 2009 ihren Bachelor of Arts erhielt. An der Hochschule der Künste Bern war sie danach 2 Jahre Studentin des österreicherischen Stargeigers Benjamin Schmid. Im Juli 2011 wurde ihr hier im Alter von nur 25 Jahren das Solistendiplom mit Auszeichnung und der Förderpreis der „Eduard Tschumi Stiftung“ verliehen. Bereits mit 18 Jahren wurde sie eingeladen, mit dem Sinfonieorchester Basel auf einer Chinatournee zu spielen. Malwina Sosnowski trat schon als Solistin mit dem Berner Sinfonie- und dem Zürcher Kammerorchester auf, sowie im Schweizer Radio und Fernsehen. Malwina Sosnowski beherrscht ein grosses Repertoire an bekannten Violinwerken mit Sinfonie- und Kammerorchester. Ihr grösstes Interesse und Engagement aber gilt den Neuentdeckungen aus Romantik, Klassik und Moderne.
Veit Hertenstein
Der Bratschist Veit Hertenstein, Gewinner des ersten Preises der Young Concert Artists International Auditions 2011, ist einer der spannendsten Musiker, die sich in den letzten Jahren auf diesem Instrument einen Namen gemacht haben. Geboren im Jahr 1985 in Augsburg, begann er im Alter von fünf Jahren Geige und Klavier zu spielen und wechselte mit 15 zur Bratsche. Mit 19 Jahren studierte er bei Nicolas Corti, dem Bratschisten des Amati Quartetts an der Zürcher Hochschule der Künste. Im Jahr 2009 erwarb er das Solistendiplom an der Haute Ecole de Musique in Genf, wo er mit der Bratschistin Nobuko Imai sowie mit Miguel da Silva, dem Bratschisten des Ysaye Quartetts, arbeitete. Neben seiner ausgiebigen solistischen Tätigkeit hat Veit Hertenstein auch zahlreiche wichtige Wettbewerbe gewonnen. So im Jahr 2009 als erster Bratschist überhaupt den im Jahr 1969 von Sir Yehudi Menuhin gegründete New Talent Competition der European Broadcasting Union. Seit August 2011 ist Veit Hertenstein Solo Bratschist beim Sinfonieorchester Basel. Er spielt eine Bratsche von David Tecchler, Rom 1701.
schliessen